Traditionelle Chinesische Medizin

Die chinesische Medizin ist ein ganzheitliches und eigenständiges Modell der Medizin, welches eine jahrtausend lange Geschichte klinischer Praxis hat.

Das Ziel einer jeden Therapie ist es, die Krankheit im Gesamtkontext von körperlicher, psychischer und gesellschaftlicher Gesundheit zu behandeln und dabei eine individuelle Lösung für den einzelnen Menschen zu finden.

Klassischer Weise teilt sich die TCM daher nicht in viele, verschiedene Fachbereiche auf (wie etwa Innere Medizin, Orthopädie, Gynäkologie, usw.), sondern behandelt meist ganzheitlich.

Bei verschiedenen Problemen kommen aber durchaus unterschiedliche Behandlungs-Methoden zum Einsatz, welche im Allgemeinen schonend sind und versuchen, auf natürliche Weise eine Heilung herbeizuführen.

Arzneimitteltherapie

Die chinesische Arzneimitteltherapie wird hierzulande oft Kräutertherapie genannt. Was aber nicht ganz eindeutig ist, denn zu den chinesischen Arzneimitteln zählen zwar hauptsächlich pflanzliche Bestandteile, wie Wurzeln, Rinden, Blüten und Blätter, jedoch gibt es auch mineralische, sowie tierische Bestandteile. Der Einfachheit halber soll hier aber der Begriff ‚Kräuter‘ übergreifend für alle chinesischen Arzneimittel stehen.

In der Regel werden keine einzelnen Kräuter verschrieben, sondern ein Rezept, also eine Mischung aus verschiedenen Kräutern. Ein Rezept enthält in der Regel zwischen 5 – 20 unterschiedliche Kräuter, ausgewählt aus mehreren hundert verschiedenen Arzneimitteln der chinesischen Medizin. Die genaue Auswahl beruht auf einer individuellen Diagnosestellung, ein sogenanntes Krankheitsmuster, welches Anhand verschiedener Diagnoseverfahren beim Patienten bestimmt wird. Maßgebend für diese individuelle Bestimmung ist nicht nur die genaue Symptomatik des Patienten, sondern vor allen Dingen eine genaue Zungen- und Pulsdiagnostik anhand der TCM-Kriterien.

Dieses Verfahren bedarf eines umfassenden Studiums der chinesischen Medizin, sowie einer intensiven Auseinandersetzung mit der chinesischen Arzneimitteltheorie und den Arzneimitteln selbst. Im alten China war ein Arzt meistens auch Apotheker, bzw. diese Berufe waren nicht wirklich getrennt. Heute ist dies zwar so nicht mehr möglich, trotzdem aber muss ein TCM-Arzt ein tiefgreifendes Verständis von mindestens 400 verschiedenen Kräutern vorweisen.

Akupunktur Behandlung

Bei einer Akupunktur Behandlung werden spezifische Punkte am Körper mit feinen, sterilen Nadeln stimuliert, was eine regulierende Wirkung auf den gesamten Organismus erzielen kann. Es gibt in der Akupunktur viele verschiedene Handhabungen und Techniken mit jeweils unterschiedlichen therapeutischen Zielen.

So werden sowohl chronische Schmerzen, Verletzungen und Krankheiten im Bewegungsapparat, als auch organspezifische Leiden, Allergien oder Autoimmunerkrankungen mit Akupunktur behandelt. Neben einigen modernen Techniken, wie z.B. der Elektro-Akupunktur, beruhen aber alle Methoden auf den gleichen theoretischen Grundkonzepten der chinesischen Medizin.

So muss auch bei der Akupunktur eine genaue Diagnosestellung durchgeführt werden, um nicht nur symptomatisch zu behandeln, sondern basierend auf dem spezifischen Krankheits-Muster des Patienten. Das Ziel sollte sein, mit so wenig Nadeln wie möglich den bestmöglichen Effekt zu erzielen.

Dies kann aber je nach Krankheitsbild ganz unterschiedlich verlaufen. Häufig werden auch verschiedene Methoden miteinander kombiniert, wie etwa Moxibustion mit Schröpfen und Akupunktur, oder Akupressur, Massage und Akupunktur etc.

 Manuelle Therapie

Tui Na ( 推拿 ) bedeutet wörtlich schieben und ziehen und ist der gängigste Begriff für die manuelle Therapie, oder Physiotherapie der chinesischen Medizin. Aufgrund des Konzepts der Ganzheitlichkeit in der TCM wird auch bei rein manuellen Techniken, wie dem Tuina, auf die Wechselwirkungen des gesamten Organismus geachtet.

So werden lokale Schmerzprobleme, Blockaden oder Spannungen im Bewegungsapparat nicht nur lokal behandelt, sondern immer im Zusammenhang mit dem gesamten Körper. Mit Techniken der Akupressur und der Meridian-Massage können auch die Funktionen der inneren Organe gezielt beeinflusst werden, so zum Beispiel bei Verdauungsproblemen oder gynäkologischen Beschwerden.

Prinzipiell ist es möglich, die gleichen therapeutischen Ziele sowohl mit Akupunktur, als auch mit Akupressur und Tuina zu erreichen. Verschiedene Methoden bieten aber unterschiedliche Vorteile und werden somit je nach Situation unterschiedlich verwendet.

Meditation & Bewegungstherapie

Das Taichi, oder Taijiquan (太极拳) ist ein umfassendes Trainingssystem von Körper und Geist. Neben seines ursprünglichen Zwecks der Kampfkunst, beinhaltet es Übungssysteme wie ‚Qigong‘ oder ‚Daoyin‘, welche auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden können.

Vor allen Dingen für Therapiemethoden, bei welchen Körperarbeit eine wichtige Rolle spielen, wie zum Beispiel bei der Tuina Therapie, der Akupressur, aber auch der Akupunktur, ist ein derartiges Training von Körper und Geist qualitativ sehr bedeutsam.

Desweiteren gibt es auch dem Patienten die Möglichkeit, selbst mehr Bewusstsein und Kontrolle über seinen eigenen Körper zu erlangen und so aktiv bei der Behandlung seiner Krankheit mitzuwirken.

Bestimmte Übungen von Bewegung und Dynamik, Kraft- und Entspannungsübungen, Atemtechniken und Bewusstseinsschulung sorgen für eine schnelle Regeneration des Organismus und bieten einen Weg der Selbstheilung, vor allen Dingen auch einen Weg der Gesundheitserhaltung.

TCM Ernährung

Die Ernährung ist ein untrennbarer Bestandteil der chinesischen Medizin. In der chinesischen Arzneimitteltherapie gibt es einen Leitspruch, der lautet: „Arzneimittel und Nahrungsmittel haben denselben Ursprung.“ (药食同源)

Da es sich bei den chinesischen Arzneimitteln ausschließlich um natürliche Mittel handelt (Kräuter, Wurzeln, Mineralien, etc.), gibt es einige Bestandteile, die sowohl als Arzneimittel gelten können, als auch als Nahrungsmittel, wie etwa die Ingwer-Wurzel, Pfeffer, Sojabohnen, etc.

Die Grenze zwischen Nahrungsmitteln und Arzneimitteln ist in der chinesischen Medizin mehr oder weniger fließend. Und zwar deshalb, weil anhand des Yin Yang- und des 5-Phasen-Modells auch Nahrungsmittel nach ihren Wirkungen auf den Körper kategorisiert werden können. Sie können also positive, als auch negative Wirkungen auf unser Wohlbefinden haben.

Eine grundsätzliche Eigenschaft, welche Arzneimittel und Nahrungsmittel jedoch unterscheidet, ist die, dass nur Nahrungsmittel für den täglichen Konsum geeignet sind. Die Wirkungen von den als Arzneimittel kategorisierten Kräutern sind meist zu stark und werden daher auch nur bei bestimmten Leiden und Krankheiten verwendet.

Auch wenn Nahrungsmittel keine so starken Wirkungsmechanismen haben, so haben sie durch den täglichen Konsum doch einen erheblichen Langzeiteffekt. Dieser kann sich unter Umständen noch größer auswirken, als der Effekt bei kurzzeitiger Einnahme eines starken Medikaments. Daher spielt die Ernährung eine sehr wichtige Rolle, vor allen Dingen bei der Therapie von chronischen Krankheiten und Leiden.

Zungen- und Pulsdiagnose

Die Methoden der TCM Diagnostik lassen sich in 4 Kategorien einteilen: Betrachten, Hören/Riechen, Befragen, Tasten. (望, 闻, 问, 切) Neben der körperlichen Untersuchung und einer umfassenden Anamnese (Erfragung der Krankheitsgeschichte) spielt die Zungen- und Pulsdiagnostik eine zentrale Rolle.

Sie liefert objektive Befunde, welche die Symptomatik des Patienten einordnen können. Anhand dieser Befunde lässt sich schließlich ein individuelles Krankheitsmuster erfassen, welches zur weiteren Differenzierung der Krankheit selbst dient. Es können somit bei gleichen Krankheiten oder Beschwerden ganz verschiedene Muster diagnostiziert werden. Diese Muster sind wegweisend für die weitere Therapie und stellen eines der besonderen Merkmale der chinesischen Medizin dar.

Ein weiteres Merkmal ist die sogenannte Ganzheitlichkeit. Ein Begriff mit sehr vielen Bedeutungsebenen. Für die Diagnosestellung bedeutet dieser, dass jegliche Beschwerden immer im Gesamtkontext von körperlicher und psychischer Gesundheit betrachtet werden. Körperliche und psychische Beschwerden wurden in der chinesischen Medizin seither zusammenhängend therapiert, weshalb TCM gerade für psychosomatische Beschwerden prädestiniert ist.

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